Interessantes über Kork

Naturmaterial mit Hightech-Potenzial

Kork entsteht in der Außenrinde der Korkeiche (Quercus suber), die vor allem im Mittelmeerraum wächst. Seine einzigartige Zellstruktur – viele luftgefüllte, elastische Zellen mit Schichten aus Zellulose und Suberin – macht ihn leicht, formstabil und gleichzeitig undurchlässig. Deshalb eignet er sich nicht nur für Flaschenkorken, sondern auch für Dämmungen, Bodenbeläge, Pinwände und zahlreiche technische Anwendungen. Selbst in der Raumfahrt wird er als Wärmedämmung eingesetzt.
Kurz gesagt: Kork verbindet traditionelle Nutzung mit moderner Nachhaltigkeit und erstaunlicher Leistungsfähigkeit.

Kork - Das gezeichnete Bild einer Korkeiche

Inhalte

Nachhaltige Ernte

1

Erste Ernte: Jungfernrinde

Erst nach 20–25 Jahren wird die Rinde erstmals geerntet. Die Jungfernrinde ist hart und unregelmäßig.

2

Sekundärkork & „Amadia“

Nach dem Schälen bildet sich eine neue Korkschicht. Die erste Ernte nach 9 Jahren heißt Sekundärkork, weitere Schichten nennt man „Amadia“.

3

Schonend abgeschält

Die Rinde wird abschnittsweise von geschulten Fachleuten mit Spezialäxten entfernt – ohne den Baum zu schädigen.

4

Regeneration nach jeder Ernte

Die Rinde wächst vollständig nach und wird mit jeder weiteren Ernte gleichmäßiger in der Struktur.

5

Bis zu 20 Ernten pro Baum

Eine Korkeiche kann im Laufe ihres Lebens bis zu 20-mal geerntet werden – Kork ist damit eine erneuerbare Naturressource.

6

Schutz & nachhaltige Bewirtschaftung

Neue Korkeichen werden regelmäßig nachgepflanzt. In vielen Regionen ist das Fällen ohne Genehmigung verboten.

Korkeiche & Herkunft

Korkeichenwälder bedecken rund 2,5 Millionen Hektar im Mittelmeerraum. Die wichtigsten Länder sind Portugal, Spanien, Algerien, Marokko, Frankreich, Italien und Tunesien. Eine Korkeiche kann 250–350 Jahre alt werden. Geerntet wird die Rinde erstmals nach 20–25 Jahren: die sogenannte Jungfernrinde mit harter, unregelmäßiger Struktur. Danach wächst er vollständig nach – und die Qualität verbessert sich mit jeder weiteren Ernte.

Eigenschaften von Kork

Er besitzt eine einzigartige Wabenstruktur: winzige, mit einem luftähnlichen Gasgemisch gefüllte Zellen machen ihn leicht, elastisch, undurchlässig und sehr gut isolierend – ideal für Dichtungen, Dämmung und langlebige Anwendungen.

ca. 89%gasförmige Materie
0,10–0,20Dichte (sehr leicht)
Wabenstrukturflexible Zellmembrane

Geringes Gewicht

Kork ist sehr leicht und schwimmt auf dem Wasser – seit Jahrhunderten u. a. in der Fischerei geschätzt.

Elastizität & Rückfederung

Komprimierbar und formstabil: Nach Druckbelastung nimmt Kork seine ursprüngliche Form wieder an.

Undurchlässigkeit

Suberin macht Kork dicht gegenüber Flüssigkeiten und Gasen – er verrottet nicht und eignet sich hervorragend als Dichtung.

Isolierung

Sehr geringe Leitfähigkeit für Wärme, Schall und Erschütterungen – ideal für thermische und akustische Dämmung.

Feuerhemmend

Von Natur aus schwer entflammbar; Flammen breiten sich nicht leicht aus, toxische Gase werden nicht freigesetzt.

Verschleißfest & allergiefreundlich

Hoher Reibungskoeffizient, robust gegen Eindrücke; nimmt keinen Staub auf – gut für Allergiker, alterungsbeständig.

Weitere Informationen

Kork wird in der Rinde eines Eichenbaums gebildet, der die botanische Bezeichnung QUERCUS SUBER trägt. Es handelt sich dabei um einen immergrünen Baum, der nur in den Ländern wächst, die an das Mittelmeer grenzen. Portugal liefert rund 50 % der weltweiten Korkernte, Spanien rund 25 %, der Rest stammt aus Algerien, Frankreich, Marokko, Italien und Tunesien.

2500 v. Chr. – Ägypten

Bereits 2500 v. Chr. wurden im alten Ägypten Angelposen aus Kork für den Fischfang verwendet.

Antike – Griechen

Die alten Griechen fertigten außerdem Angelbojen, Sandalen und Verschlüsse für Wein- und Olivenölbehälter aus Kork.

Überlieferung – Alexander der Große

Der Eroberer Alexander der Große soll eine der vielen historischen Gestalten gewesen sein, die Kork verwendet haben. Angeblich soll ihn ein Stück Kork beim Überqueren eines reißenden Flusses vor dem Ertrinken gerettet haben.

Römer

Die Römer verwendeten Kork beim Bau von Hausdächern, Bienenkörben, Schiffen und Damenschuhen.

17. Jahrhundert – Dom Pérignon

Im 17. Jahrhundert vollzog ein französischer Mönch namens Dom Pérignon eine revolutionäre Entwicklung und erfand den heute verbreiteten Korken als Verschluss für Weinflaschen.

20. Jahrhundert – Raumfahrt

Im 20. Jahrhundert war Kork die einzige organische Substanz, die als Wärmedämmung in der Raumsonde Viking die Reise zum Mars antrat.

Kork – ein natürliches und umweltfreundliches Produkt

Heutzutage, da der Umweltschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist Kork der einzige Baum, der sich nach jeder Ernte selber regenerieren kann. Die Korkrinde wird von zwei Dritteln des Baums abgeschält. Die erste Korkernte erfolgt erst, wenn der Baum ca. 20 Jahre alt ist. Eine dünne innere Schutzrindenschicht verleiht der Korkeiche die einzigartige Fähigkeit, zu überleben und sich nach der Entrindung wieder selbst zu regenerieren. Das Abschälen der Rinde erfordert großes Geschick, da die innere Rinde nicht beschädigt werden darf. Für das Abschälen wird eine speziell entworfene, kleine Axt verwendet.

Rindenarten & Erntezyklen

Jungfernrinde

Die erste von einem Baum geerntete Rinde bezeichnet man als Jungfernrinde. Sie hat eine sehr unregelmäßige Oberfläche und eine gräuliche Farbe. Diese Rinde lässt sich in winzige Stücke unterschiedlicher Größe zermahlen und eignet sich dann hervorragend zur Verwendung als Korkdämmung und Kunstkork. Interessanterweise wird sie auch gerne bei der Fertigung von Dekogegenständen eingesetzt.

Alle neun Jahre

Nach der ersten Korkernte wird die Rinde alle neun Jahre abgeschält, bis die Korkeiche ein Alter von ca. 150 Jahren erreicht hat. Dann wird der Baum durch einen wesentlich jüngeren ersetzt.

Refugo-Rinde

Die nach dem Schälen der Jungfernrinde nachwachsende Rinde wird als Refugo-Rinde bezeichnet. Sie sieht ganz anders aus und weist eine viel gleichmäßigere, braune Oberfläche auf. Die erste Ernte der Refugo-Rinde wird meist zum Mahlen verwendet.

Spätere Ernten: feinere Qualität

Kork aus allen späteren Erntevorgängen weist eine bessere Qualität auf und besitzt weniger sowie dichter geschlossene Poren (Körner). Der größte Teil des Korks aus diesen späteren Ernten wird für die Fertigung von Flaschenkorken oder anderer Gegenstände verwendet, die Kork von feinerem Aussehen benötigen.

Qualität, Trocknung & Verarbeitung

1

Trocknung im Wald

Nach der Ernte verbleibt die Rinde einige Tage zum Trocknen im Wald, wo sie auch von Kaufinteressenten begutachtet werden kann. Der Kauf von Korkrinde ist keine einfache Aufgabe, da die Qualität nicht nur von Wald zu Wald unterschiedlich ist, sondern auch von Baum zu Baum. Selbst ein und derselbe Baum kann Kork unterschiedlicher Qualität hervorbringen, je nachdem, wie stark die einzelnen Stellen dem Sonnenlicht ausgesetzt waren.

2

Kochen in der Fabrik

In der Fabrik wird die Refugo-Rinde gekocht, damit sich die holzhaltige Außenschicht leichter entfernen lässt und um die Rinde elastischer zu machen, so dass sie leichter geglättet werden kann.

3

Sortieren nach Stärke & Qualität

Anschließend wird die Rinde nach den verschiedenen Stärken sortiert, anschließend erfolgt eine Sortierung nach Qualitätsunterschieden. Diese unterschiedlichen Qualitätsgrade bestimmen den Verkaufspreis bzw. die Eignung des Korks für die verschiedenen Fertigungszwecke.

4

Einzigartige Zellstruktur

Kork ist ein Naturprodukt mit bemerkenswerten und einzigartigen Qualitäten, die kein anderer Naturstoff aufweisen kann. Ca. 16 cm3 Kork bestehen aus nicht weniger als 200 Millionen eng eingeschlossenen Luftzellen, die jeweils einen Durchmesser von 0,0254 mm aufweisen. Jede der winzigen Zellen hat 14 Seiten, so dass zwischen den einzelnen Zellen so gut wie kein Zwischenraum vorhanden ist. Dies verleiht dem Kork seine bemerkenswerte Elastizität und die Fähigkeit, nach dem Zusammendrücken wieder seine ursprüngliche Form anzunehmen.

Merke: Das Abschälen ist so schonend, dass die Korkeiche nicht geschädigt wird – die Rinde regeneriert sich nach jeder Ernte.
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